Unternehmen benötigen keine abstrakte KI-Policy ohne operative Verankerung. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, ein nachvollziehbarer Einsatzkatalog, risikobasierte Freigaben und eine dokumentierte Verbindung zu Datenschutz, Informationssicherheit und Verträgen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Governance beginnt mit einem verantwortlichen Entscheidungsprozess.
  • Einsatzfälle und Datenflüsse sollten sichtbar sein.
  • Vertrags-, Datenschutz- und Sicherheitsfragen gehören in dieselbe Kontrolllogik.

Für wen relevant

  • Verwaltungsräte
  • Geschäftsleitungen
  • Compliance-Verantwortliche

Vom Tool zur unternehmerischen Entscheidung

KI-Einsatz wird häufig dezentral begonnen. Governance muss deshalb zunächst Transparenz schaffen, bevor sie Verbote oder Freigaben formuliert.

Der Verwaltungsrat definiert nicht jedes technische Detail, sollte aber Zuständigkeit, Risikotoleranz und Berichtslogik nachvollziehbar festlegen.

Fünf dokumentierbare Entscheidungen

Ein praktikabler Governance-Rahmen beantwortet mindestens die folgenden Fragen.

  • Wer genehmigt welche Einsatzkategorie?
  • Welche Daten dürfen verwendet werden?
  • Welche Anbieter- und Vertragskontrollen gelten?
  • Wie werden Vorfälle und Fehlentscheidungen eskaliert?
  • Wie wird die Wirksamkeit regelmässig überprüft?

Quellen und Hinweise

  1. Art. 716a OR – Unübertragbare Aufgaben des Verwaltungsrats (inkl. Risikomanagement) — Schweizerische Eidgenossenschaft (Fedlex)